BISON Alternativen: Die besten Krypto-Börsen im Vergleich

Krypto-Börsen · Vergleich & Wechsel

BISON ist die Krypto-App der Börse Stuttgart: BaFin-beaufsichtigt, bewusst simpel, mit über 60 Coins sowie Aktien und ETFs in einer App. Der Preis dafür steht im Kleingedruckten – 1,25 % Spread bei Bitcoin und Ethereum, 1,75 % bei allen übrigen Kryptowährungen. Wer regelmäßig handelt, größere Summen bewegt oder mehr als die Standard-Coins sucht, findet unter den europäisch regulierten Alternativen deutlich günstigere und breitere Anbieter.

32Börsen von uns einzeln getestet
1,25–1,75 %BISON-Spread je Coin-Kategorie
3klare Empfehlungen statt Beliebigkeit
Auf einen Blick: Die besten BISON Alternativen

Die besten BISON Alternativen sind derzeit eToro für Einsteiger und Multi-Asset-Anleger, die neben Krypto auch Aktien, ETFs sowie Copy- und KI-Trading nutzen wollen, Bitvavo für langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer mit maximal 0,25 % Handelsgebühr und 400+ Coins, sowie OKX für aktive Trader mit Spot-Gebühren ab 0,08 %. Alle drei sind wie BISON selbst europäisch reguliert – die Regulierung ist hier also nicht das Unterscheidungsmerkmal, sondern die gemeinsame Basis. Unterschieden wird über Kosten, Coin-Auswahl und Produktangebot: BISON verlangt über den Spread rund 25 € pro 1.000-€-Roundtrip bei Bitcoin und rund 35 € bei Altcoins – bei Bitvavo sind es rund 5 €.

Warum suchen Nutzer Alternativen zu BISON?

Der mit Abstand häufigste Grund sind die Kosten. BISON wirbt damit, dass beim Krypto-Handel keine Ordergebühren anfallen – das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Vergütung erfolgt vollständig über den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Laut der offiziellen Kostenseite liegt dieser bei Bitcoin und Ethereum im Durchschnitt bei 1,25 %, bei allen anderen Kryptowährungen im Durchschnitt bei 1,75 %. Diese zweite Zahl wird in vielen Vergleichen schlicht unterschlagen – sie betrifft aber die große Mehrheit der handelbaren Coins.

Die zweite häufige Motivation ist das Angebot. Mit über 60 Kryptowährungen deckt BISON die etablierten Werte solide ab, bleibt aber deutlich hinter Bitvavo (400+), OKX (270+) oder Kraken (500+) zurück. Wer gezielt kleinere Altcoins, neue Token oder ein breiteres DeFi-Spektrum sucht, stößt schnell an Grenzen. Hinzu kommt: Futures, Margin-Handel, Copy-Trading und erweiterte Orderarten fehlen vollständig. BISON ist bewusst als Kauf-und-Halte-App gebaut, nicht als Trading-Plattform.

Ein oft übersehener, aber harter Ausschlussgrund: BISON steht ausschließlich Nutzern mit Wohnsitz in Deutschland offen. Für Anleger aus Österreich oder der Schweiz ist die App keine Option – hier führt der Weg zwangsläufig zu EU-weit verfügbaren Anbietern.

Weitere konkrete Wechselgründe, die uns in der Praxis begegnen:

  • Zusatzkosten bei schnellen Einzahlungen: Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay kosten bei BISON 2,49 % des Transaktionsbetrags. SEPA bleibt kostenlos.
  • Staking nur eingeschränkt und teuer: Staking ist nur für Ethereum und Solana möglich, BISON behält davon 27 % der Rewards ein. BISON weist zudem selbst darauf hin, dass der Staking-Service derzeit nicht unter MiCAR reguliert ist.
  • Fehlende Auszahlungs-Whitelist: Ein gängiges Sicherheitsfeature für externe Wallet-Transfers ist nicht vorhanden. Wallet-Transfers selbst sind über den sogenannten Satoshi-Test möglich.
  • Kein aktives Trading: Keine Hebel, keine Perpetuals, kein Copy-Trading, keine Trading-Bots.
  • Begrenzte Handelszeiten bei Wertpapieren: Aktien und ETFs sind nur zu den regulären Handelszeiten handelbar, Krypto rund um die Uhr.

Wichtig zur Einordnung: Nichts davon macht BISON zu einem schlechten oder unseriösen Anbieter. Die App ist BaFin-beaufsichtigt, gehört zur Gruppe Deutsche Börse Stuttgart und hat einen sehr guten deutschsprachigen Support. Es geht um Passung, nicht um Serialität – und für viele Nutzungsprofile gibt es schlicht günstigere oder breitere Plattformen.

Die besten Alternativen zu BISON im Überblick

Grundlage dieser Auswahl sind unsere laufend aktualisierten Einzeltests von 32 Krypto-Börsen sowie die offiziellen Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter. Den vollständigen Marktvergleich findest du in unserem Krypto-Börsen-Vergleich. Wir empfehlen aus diesem Feld drei Anbieter – zwei davon sind Partner, Bitvavo empfehlen wir ohne Provisions-Interesse.

Beste Alternative für Einsteiger: Krypto & Multi-Asset bei eToro Seit 2007 am Markt, MiCAR-lizenziert und selbst an der Nasdaq notiert – inkl. Copy- und KI-Trading.
Zu eToro →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.

Beste Alternative für langfristige Anleger: Bitvavo MiCA-lizenziert (AFM), max. 0,25 % Gebühren, 400+ Coins, Sparplan ab 10 € – unsere redaktionelle Empfehlung ohne Partner-Vergütung.
Zum Bitvavo-Test →
Beste Alternative für aktive Trader: OKX MiCA-lizenziert (MFSA Malta), Spot ab 0,08 % möglich, regulierte X-Perps – Konto in wenigen Minuten eröffnen.
Zu OKX →

Die folgende Matrix zeigt das vollständige geprüfte Feld – inklusive der Anbieter, die wir nach unseren Tests nicht empfehlen. Die BISON-Zeile ist zur Orientierung hervorgehoben.

Anbieter Regulierung / Entität Gebühren (Basis) Handelsangebot Sparplan Copy-Trading Coins Beste Wahl für …
BISON BaFin (Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH) 1,25 % Spread (BTC/ETH), 1,75 % (übrige Coins) Spot, Aktien, ETFs, ETCs Ja (ab 1 €) Nein 60+ Einsteiger mit Fokus auf deutsche Aufsicht und Bedienkomfort
eToro MiCAR / CySEC (eToro Europe Ltd) 1 % je Krypto-Transaktion + Spread Spot, Aktien, ETFs, CFDs Ja Ja 200+ ✓ Einsteiger & Multi-Asset-Anleger
Bitvavo MiCA-CASP / AFM (Bitvavo B.V.) 0,15 % Maker / 0,25 % Taker (sinkend bis 0,04 %) Spot Ja (ab 10 €) Nein 400+ ✓ Langfrist-Anleger & Kostenbewusste
OKX MiCA / MFSA Malta (OKX Europe Ltd) 0,20 % / 0,35 %; ab 0,08 % / 0,10 % möglich Spot, X-Perps (bis 10x) Ja Nein (aber Bots) 270+ ✓ Aktive Trader
Kraken MiCA / Central Bank of Ireland Pro ab 0,40 % / 0,80 % (Stand Juli 2026); App-Sofortkauf deutlich teurer Spot, Futures, Staking Ja Nein 500+ Anleger mit Fokus auf große Coin-Auswahl
Bybit EU MiCA / FMA Österreich (Bybit EU GmbH) 0,10 % Maker = Taker (Spot) Spot, Futures (eingeschränkt) Nein Ja 400+ Trader mit Fokus auf niedrige Spot-Fixgebühr
Finst MiCA / Niederlande 0,15 % Flat (Kauf & Verkauf, kein Spread) Spot Ja Nein kleiner Flat-Fee-Fans mit überschaubarem Coin-Bedarf
Trade Republic BaFin (Wertpapierinstitut) Spread-Modell, keine explizite Ordergebühr Spot, Aktien, ETFs, Zinsen Ja Nein klein Neobroker-Nutzer, die Krypto im bestehenden Depot mitlaufen lassen
Bitpanda MiCA / FMA Österreich Spread-Modell, typ. ~1,49 %; Fusion ab 0,25 % Spot, Aktien*, Edelmetalle Ja Nein 400+ Nicht empfohlen im Standard-Kaufweg – Spread-Modell zu teuer
Coinbase MiCA / Coinbase Luxembourg S.A. Simple ~1,49 % + ~0,5 % Spread; Advanced 0,40 % / 0,60 % Spot, Staking Ja Nein 250+ Nicht empfohlen – teuerster Anbieter der Frankfurt-School-Studie
Crypto.com MiCA / MFSA Malta Gestaffelt, App teils spread-basiert Spot, Karte, Staking Ja Nein 250+ Nutzer mit Fokus auf Krypto-Karte und Cashback

Quelle: Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter, eigene Recherche. Gebühren beziehen sich auf die jeweilige Basisstufe ohne Volumenrabatte.

eToro – die Alternative für Einsteiger & Multi-Asset

eToro ist die naheliegende Alternative für alle, die an BISON vor allem den Multi-Asset-Ansatz schätzen – und mehr davon wollen. Während BISON rund 2.500 Wertpapiere anbietet, kommt eToro auf über 6.000 Aktien und mehr als 700 ETFs, dazu 200+ Kryptowährungen und CFDs. Der entscheidende Unterschied liegt aber in den Funktionen, die BISON schlicht nicht hat: Copy-Trading, mit dem sich Strategien erfahrener Nutzer automatisch nachbilden lassen, KI-gestützte Trading-Features und ein kostenloses Demokonto zum risikofreien Testen.

Die harten Fakten: eToro ist seit 2007 am Markt, MiCAR-lizenziert über die eToro Europe Ltd (CySEC, Zypern) und selbst an der Nasdaq börsennotiert – ein Anbieter, der eigene Quartalszahlen veröffentlichen muss, ist für Anleger transparenter aufgestellt als ein rein privates Unternehmen.

Ehrlich benannt gehört dazu: Günstiger als BISON ist eToro bei Bitcoin und Ethereum nur knapp, bei Altcoins deutlicher. eToro berechnet 1 % je Krypto-Transaktion – also beim Kauf und beim Verkauf – zuzüglich Marktspread. Die Kontoführung erfolgt in US-Dollar; bei Euro-Ein- und Auszahlungen fällt eine Umrechnung von rund 1,5 % an, die sich über eToro Money in Euro vermeiden lässt. Hinzu kommen 5 USD Auszahlungsgebühr. Gegenüber einer reinen Krypto-Börse wie Bitvavo ist das teuer. Wer aber Krypto, Aktien und ETFs in einer Oberfläche bündeln und dabei Copy-Trading nutzen will, bekommt bei eToro ein Paket, das BISON nicht anbietet.

Eignungs-Fazit: Beste Wahl, wenn Krypto nur ein Teil des Depots ist und Social- oder Copy-Trading reizt – nicht die richtige Wahl für reine Kostenoptimierer.

Krypto, Aktien und ETFs in einer Plattform 200+ Coins, 6.000+ Aktien, Copy-Trading und Demokonto – Konto in wenigen Minuten eröffnen.
Zu eToro →

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.

Details zu Kosten, Auszahlung und Regulierung findest du in unserem eToro Erfahrungsbericht.

Bitvavo – die Alternative für langfristige Anleger

Bitvavo ist unsere redaktionelle Top-Empfehlung für alle, die BISON wegen der Kosten verlassen – und das ist der häufigste Grund. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts: Bitvavo ist kein Partner von boersen-parkett.de. Genau deshalb steht sie hier.

Die niederländische Börse ist über die Bitvavo B.V. MiCA-CASP-lizenziert (Aufsicht: AFM) und verlangt maximal 0,15 % Maker- und 0,25 % Taker-Gebühr, sinkend bis auf 0,04 % bei hohem Volumen. Kein Spread-Aufschlag, kein verstecktes Preismodell. In der Roundtrip-Studie der Frankfurt School / Intas.tech (März 2026, 432 Roundtrips über 9 MiCAR-Anbieter) war Bitvavo mit rund 0,53 % Gesamtkosten pro Roundtrip der günstigste geprüfte Anbieter – Coinbase lag im selben Test bei rund 6,45 %. Dazu kommen 400+ Coins, kostenlose SEPA-Ein- und Auszahlungen, ein Sparplan ab 10 € und über 4 Millionen Kunden.

Was Bitvavo nicht kann: kein Hebel, keine Futures, kein Copy-Trading, keine Aktien oder ETFs. Wer bei BISON gezielt die Kombination aus Krypto und Wertpapieren nutzt, verliert diese Klammer – Bitvavo ist eine reine Krypto-Börse. Das Staking-Angebot war für deutsche Nutzer zuletzt eingeschränkt; wer darauf Wert legt, sollte den aktuellen Stand vor der Kontoeröffnung prüfen. Auch der Support ist funktional, aber weniger deutsch-zentriert als bei BISON.

Eignungs-Fazit: Beste Wahl für Sparplan- und Buy-and-Hold-Anleger, die pro 1.000 € Roundtrip rund 5 € statt 25 bis 35 € zahlen wollen.

Unsere Empfehlung ohne Provisions-Interesse Alle Details zu Gebühren, Sparplan, Sicherheit und Coin-Angebot im ausführlichen Test.
Zum Bitvavo-Test →

OKX – die Alternative für aktive Trader

Wer BISON verlässt, weil dort schlicht keine Trading-Werkzeuge existieren, landet bei OKX. Die Börse ist über die OKX Europe Ltd MiCA-lizenziert (Aufsicht: MFSA, Malta, erteilt am 27.01.2025) und bietet genau das, was bei BISON konstruktionsbedingt fehlt: regulierte X-Perps mit bis zu 10-fachem Hebel unter MiFID II (über die OKX Europe Markets Ltd), Trading-Bots und eine Web3-Wallet mit Zugang zu über 130 Chains.

Bei den Kosten liegt OKX klar unter BISON: 0,20 % Maker und 0,35 % Taker im Standard, mit aktiviertem X-Perps-Konto sinken die Spot-Gebühren auf 0,08 % beziehungsweise 0,10 %. Handelbar sind 270+ Coins über 60+ EUR-Paare, SEPA ist kostenlos. Ein Detail, das OKX von den meisten Wettbewerbern abhebt: monatlich veröffentlichte Proof-of-Reserves-Nachweise per zk-STARK – kryptografisch prüfbare Bestätigungen, dass die Kundenguthaben tatsächlich gedeckt sind.

Ehrlich benannt: Die Standard-Gebühren liegen über Bitvavo-Niveau, wer also nur monatlich kauft und hält, spart bei Bitvavo mehr. USDT ist auf der EU-Plattform nicht handelbar – MiCA verlangt eine EMI-Zulassung für Stablecoins, die Tether nicht besitzt; stattdessen kommen USDC und USDG zum Einsatz. Und: Die Plattformtiefe, die Trader schätzen, kann Einsteiger, die von der bewusst reduzierten BISON-Oberfläche kommen, schlicht überfordern.

Eignungs-Fazit: Beste Wahl für alle, die aktiv handeln, Hebel oder Bots nutzen wollen und die Einfachheit von BISON gegen Funktionsumfang eintauschen.

Regulierte Trading-Plattform mit Perps und Bots MiCA-lizenziert über die MFSA Malta, Spot ab 0,08 %, monatlicher Proof of Reserves.
Zu OKX →

Wie sich OKX im Alltag schlägt, liest du in unserem OKX Erfahrungsbericht.

Weitere geprüfte Alternativen

Kraken – die größte Coin-Auswahl

Kraken ist über die Central Bank of Ireland MiCA-reguliert, seit 2011 am Markt und bietet mit 500+ Coins das breiteste Angebot im Feld. Achtung bei den Gebühren: Kraken hat seine Struktur zum 09.07.2026 umgestellt; die unterste Pro-Stufe liegt seither bei 0,40 % Maker und 0,80 % Taker, das Tier bemisst sich nun nach Volumen oder Plattform-Assets. Der App-Sofortkauf ist mit rund 1,5 % effektiv nicht günstiger als BISON. Kraken lohnt sich also vor allem wegen der Coin-Tiefe und des sehr guten Supports, nicht als Kostenspar-Alternative. Mehr dazu im Kraken Erfahrungsbericht.

Bybit EU – niedrige pauschale Spot-Gebühr

Die Bybit EU GmbH (Wien) ist seit Mai 2025 über die österreichische FMA MiCA-lizenziert und verlangt pauschal 0,10 % Maker wie Taker im Spot-Handel – unabhängig vom Volumen. Das ist die einfachste günstige Gebührenstruktur im Feld. Copy-Trading und Bots sind vorhanden, Futures für EU-Nutzer eingeschränkt (max. 10x). Zur fairen Einordnung gehört der Hack vom Februar 2025 mit rund 1,5 Mrd. USD Schaden – Kundengelder wurden vollständig ersetzt. Kein Sparplan.

Finst – die Flat-Fee-Option

Der niederländische MiCA-lizenzierte Anbieter verlangt eine Flat-Fee von 0,15 % auf Kauf und Verkauf – ohne Spread, ohne Volumenstaffelung. Für Anleger, die es simpel und günstig wollen, ist das rechnerisch attraktiver als BISON. Der Haken: ein deutlich kleineres Coin-Angebot und eine wesentlich geringere Marktdurchdringung.

Trade Republic – Krypto im bestehenden Depot

Als BaFin-beaufsichtigtes Wertpapierinstitut ist Trade Republic funktional die nächste Verwandte von BISON: deutsche Aufsicht, simple App, Krypto neben Aktien, ETFs und Zinsen. Das Krypto-Angebot ist allerdings deutlich kleiner, ebenfalls spread-basiert, und ein Wallet-Transfer der Coins auf eine eigene Adresse ist nicht vorgesehen. Details im Trade Republic Erfahrungsbericht.

Nicht empfohlen: Bitpanda und Coinbase

Beide Anbieter sind MiCA-reguliert und technisch einwandfrei – aber wer BISON wegen der Kosten verlässt, verschlimmbessert hier. Bitpanda arbeitet im Standard-Kaufweg ebenfalls mit einem Spread-Modell von typischerweise rund 1,49 %; erst das Fusion-Interface bringt Gebühren ab 0,25 %. Coinbase kostet im Simple-Modus rund 1,49 % zuzüglich Spread und war in der Frankfurt-School-Roundtrip-Studie mit rund 6,45 % Gesamtkosten der teuerste geprüfte Anbieter – bei 1.000 € sind das 64,50 € gegenüber 5,30 € bei Bitvavo. Als Kosten-Alternative zu BISON scheiden beide aus.

Ist BISON reguliert? Der MiCAR-Status im Detail

Ja. BISON ist vollständig reguliert und beaufsichtigt – und das ist bei diesem Anbieter keine offene Frage, sondern das zentrale Verkaufsargument. Die App wird von der Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH betrieben, einer Tochter der Börse Stuttgart. Die Verwahrung der Coins übernimmt die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, Handelspartner ist die EUWAX AG. Die Aufsicht liegt bei der BaFin; die Börse Stuttgart bewegt sich im harmonisierten EU-Rahmen der MiCA-Verordnung. Euro-Guthaben liegen bei Partnerbanken und sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € gedeckt – wichtig: Diese Einlagensicherung gilt für Euro, nicht für Kryptowerte.

Das ist für diesen Artikel entscheidend: Die Regulierung ist bei BISON kein Grund, zu wechseln. Alle drei von uns empfohlenen Alternativen sind ebenfalls europäisch reguliert – eToro über die CySEC, Bitvavo über die AFM, OKX über die MFSA. Die Regulierung ist die gemeinsame Basis, nicht das Unterscheidungsmerkmal. Wer BISON verlässt, tut das wegen Kosten, Coin-Auswahl oder fehlender Trading-Funktionen – nicht wegen Sicherheitsbedenken.

Eine Einschränkung, die BISON selbst nennt: Der Staking-Service (Ethereum und Solana) ist nach Angaben des Anbieters derzeit nicht unter MiCAR reguliert und unterliegt damit nicht dem Schutz- und Aufsichtsrahmen der EU-Verordnung. BISON behält zudem 27 % der erzielten Staking-Rewards ein. Wer Staking als festen Bestandteil seiner Strategie plant, sollte das einkalkulieren.

So prüfst du den Status jedes Anbieters selbst: Das öffentlich einsehbare ESMA-CASP-Register listet alle in der EU zugelassenen Krypto-Dienstleister, die BaFin-Unternehmensdatenbank die in Deutschland beaufsichtigten Institute. Entscheidend ist dabei immer die juristische Person, nicht die Marke – also OKX Europe Ltd statt „OKX“, Bitvavo B.V. statt „Bitvavo“. Eine Marke ist keine Lizenz. Wie der Rechtsrahmen im Detail funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zur MiCAR-Verordnung.

BISON vs. Alternativen: Gebühren im Vergleich

Der Kostenunterschied ist der wichtigste Grund für einen Wechsel – und er ist größer, als die beworbene „gebührenfreie“ Struktur vermuten lässt. Die folgende Rechnung zeigt einen Roundtrip: Kauf für 1.000 € und späterer Verkauf derselben Position. Beide Seiten kosten Gebühren beziehungsweise Spread – genau das übersehen viele Vergleiche.

Anbieter Kostenmodell Kauf (1.000 €) Verkauf Kosten 1.000-€-Roundtrip
BISON (Bitcoin / Ethereum) 1,25 % Spread je Seite ca. 12,50 € ca. 12,50 € ca. 25,00 €
BISON (übrige Coins) 1,75 % Spread je Seite ca. 17,50 € ca. 17,50 € ca. 35,00 €
eToro 1 % je Transaktion (+ Spread, ggf. Umrechnung) ca. 10,00 € ca. 10,00 € ca. 20,00 €
Bitvavo 0,25 % Taker je Seite ca. 2,50 € ca. 2,50 € ca. 5,00 €
OKX (Standard-Taker) 0,35 % je Seite ca. 3,50 € ca. 3,50 € ca. 7,00 €
Bybit EU 0,10 % pauschal je Seite ca. 1,00 € ca. 1,00 € ca. 2,00 €

Quelle: Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter, eigene Recherche. Vereinfachtes Modellbeispiel ohne Kursbewegung, Volumenrabatte, Netzwerk- oder Umrechnungsgebühren. Bei eToro können bei EUR-Ein- und Auszahlungen zusätzlich rund 1,5 % Umrechnung sowie 5 USD Auszahlungsgebühr anfallen.

Die Größenordnung ist eindeutig: Ein Altcoin-Roundtrip über BISON kostet rund 35 €, derselbe Vorgang über Bitvavo rund 5 €. Das ist Faktor sieben. Wer einmalig 500 € Bitcoin kauft und zehn Jahre hält, kann diesen Unterschied ignorieren. Wer monatlich bespart oder gelegentlich umschichtet, zahlt über die Jahre einen dreistelligen Betrag mehr, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Kontext zur Studienlage liefert unser Krypto-Studien-Kompendium.

So wechselst du von BISON zur Alternative

Ein Wechsel ist unkompliziert, sollte aber in dieser Reihenfolge ablaufen – vor allem wegen der Steuerdokumentation.

  1. Zuerst das neue Konto eröffnen und verifizieren. Nicht umgekehrt. Die Verifizierung dauert je nach Anbieter Minuten bis Tage. Erst wenn das Zielkonto einsatzbereit ist, wird bei BISON etwas bewegt.
  2. Transaktionshistorie exportieren, bevor du das Konto auflöst. BISON stellt einen Steuerreport als CSV-Export bereit. Lade ihn herunter, solange du noch Zugriff hast – nach einer Kontoschließung wird das aufwendig. Wer über mehrere Plattformen hinweg handelt, verliert schnell den Überblick; ein Tool wie CoinTracking → führt die Historien zusammen und erstellt daraus einen finanzamtstauglichen Report.
  3. Coins per On-Chain-Transfer übertragen. BISON erlaubt Wallet-Transfers – die Zieladresse muss einmalig über den sogenannten Satoshi-Test bestätigt werden. Gleiche das Netzwerk exakt ab (etwa ERC-20 gegen andere Chains) und schicke bei größeren Beträgen zuerst eine kleine Testtransaktion. Alternativ kannst du bei BISON verkaufen und beim neuen Anbieter neu kaufen – das ist einfacher, löst aber einen steuerpflichtigen Verkauf aus und kostet doppelt Spread.
  4. Steuerlich sauber trennen. Ein reiner Transfer eigener Coins zwischen deinen eigenen Konten und Wallets ist kein Verkauf und damit kein Steuerereignis – die Haltefrist läuft weiter. Ein Tausch (etwa von einem Coin in einen anderen) ist dagegen sehr wohl steuerlich relevant. Die Details erklären wir im Ratgeber Kryptowährungen und Steuern; wo genau du bei der Einjahresfrist stehst, zeigt dir der Haltefrist-Rechner.
  5. Den Moment für Eigenverwahrung nutzen. Wer die Coins ohnehin von der Börse abzieht, kann sie direkt in die eigene Verwahrung nehmen, statt sie nur von einem Anbieter zum nächsten zu schieben. Eine Tangem-Karte → ist dafür der niedrigschwelligste Einstieg – unsere Einordnung liest du im Tangem Erfahrungsbericht, den Marktvergleich im Hardware-Wallet-Vergleich.
  6. BISON-Konto erst danach schließen – oder behalten. Es spricht nichts dagegen, das Konto ruhend zu lassen. Erst wenn CSV-Export, Transfer und Zielkonto stehen, ist eine Schließung sinnvoll.

Wann BISON trotzdem die richtige Wahl bleibt

Es gibt Nutzungsprofile, für die kein Wechsel nötig ist – und die sollte man nicht kleinreden.

Wer maximalen Wert auf deutsche Aufsicht, deutschen Support und einen deutschen Konzern im Rücken legt, findet in der Kombination aus BaFin-Aufsicht, Börse Stuttgart und Verwahrung durch eine deutsche Custody-Gesellschaft ein Setup, das im europäischen Feld kaum ein zweiter Anbieter so bietet. Die App ist bewusst reduziert und stabil – genau das ist für viele Einsteiger ein Feature, kein Mangel. Der Sparplan startet bei 1 € und liegt damit unter Bitvavos Einstiegsschwelle von 10 €. Wer kleine Beträge langfristig bespart und nie verkauft, zahlt den Spread nur einmal – und dann relativiert sich der Kostennachteil deutlich. Und die Kombination aus Krypto, Aktien, ETFs und ETCs in einer deutschen App mit integriertem Steuerreport ist im Alltag schlicht bequem.

Die ehrliche Grenze verläuft dort, wo Handelsfrequenz, Ordergröße oder Coin-Bedarf steigen. Ab etwa 5.000 € Volumen oder bei regelmäßigem Umschichten wird der Spread zum spürbaren Renditefresser – dann führt an einer günstigeren Börse kein Weg vorbei. Und wer nicht in Deutschland wohnt, hat ohnehin keine Wahl.

Fazit: Welche Alternative zu BISON passt zu dir?

BISON ist kein Anbieter, den man aus Sorge verlässt – sondern aus Rechnung. Die App ist reguliert, stabil und einsteigerfreundlich; sie ist nur teuer und funktional bewusst begrenzt. Welche Alternative passt, hängt allein davon ab, was du eigentlich vorhast:

  • Du willst Krypto, Aktien und ETFs in einer Plattform – plus Copy-Trading: dann eToro. Du zahlst 1 % pro Transaktion, bekommst dafür ein Multi-Asset-Angebot, das BISON nicht abdeckt.
  • Du kaufst regelmäßig, hältst langfristig und willst schlicht weniger zahlen: dann Bitvavo. Rund 5 € statt 25 bis 35 € pro 1.000-€-Roundtrip, 400+ Coins, Sparplan ab 10 €. Unsere Empfehlung ohne Provisions-Interesse.
  • Du willst aktiv handeln, mit Hebel, Bots und Perpetuals: dann OKX. Reguliert über die MFSA Malta, Spot ab 0,08 % möglich – und funktional in einer anderen Liga als BISON.
  • Du bist Einsteiger, sparst kleine Beträge und verkaufst ohnehin nie: dann bleib bei BISON. Der Kostennachteil trifft dich kaum, der Komfort ist real.

Häufige Fragen zu BISON Alternativen

Was ist die beste Alternative zu BISON?
Das hängt vom Anlegertyp ab. Für langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer ist Bitvavo die beste Alternative: maximal 0,25 % Gebühren, 400+ Coins, MiCA-lizenziert. Wer Krypto mit Aktien und ETFs kombinieren will, fährt mit eToro besser; wer aktiv handelt, mit OKX.
Welche BISON Alternative hat die niedrigsten Gebühren?
Unter den großen regulierten Anbietern ist Bitvavo mit 0,15 % Maker und 0,25 % Taker am günstigsten; Bybit EU liegt mit pauschal 0,10 % im Spot noch darunter, bietet aber keinen Sparplan. Zum Vergleich: BISON verlangt über den Spread 1,25 % bei Bitcoin und Ethereum und 1,75 % bei allen anderen Coins.
Ist BISON in Deutschland reguliert?
Ja. BISON wird von der Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH betrieben, einer Tochter der Börse Stuttgart, und unterliegt der Aufsicht der BaFin. Die Verwahrung übernimmt die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH. Euro-Guthaben sind bis 100.000 € über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt – Kryptowerte nicht.
Wie viele Coins gibt es bei BISON?
BISON bietet derzeit über 60 Kryptowährungen an, darunter Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Cardano. Damit deckt die App die etablierten Werte ab, liegt aber deutlich unter Bitvavo (400+), OKX (270+) oder Kraken (500+). Zusätzlich sind Aktien, ETFs und ETCs handelbar.
Kann ich meine Coins von BISON zu einer Alternative übertragen – und was gilt steuerlich?
Ja, BISON erlaubt Transfers auf externe Wallets; die Zieladresse wird einmalig über den Satoshi-Test bestätigt. Ein reiner Transfer zwischen eigenen Konten oder Wallets ist kein Verkauf und damit kein Steuerereignis – die Haltefrist läuft weiter. Ein Verkauf oder Tausch ist dagegen steuerlich relevant.
Lohnt sich ein Wechsel von BISON?
Rechnerisch ja, sobald du regelmäßig handelst oder größere Beträge bewegst: Ein 1.000-€-Roundtrip kostet bei BISON rund 25 € (Bitcoin) bis 35 € (Altcoins), bei Bitvavo rund 5 €. Wer dagegen kleine Beträge bespart, langfristig hält und deutschen Support schätzt, kann guten Gewissens bleiben.
Alex Merten

Alex Merten hat Wirtschaftswissenschaften mit Fokus auf Geldpolitik und digitale Märkte studiert. Seit mehr als 5 Jahren analysiert er die Entwicklungen im Krypto- und Finanzsektor und beschäftigt sich besonders mit der Rolle von Bitcoin in einem globalen Marktumfeld. Neben makroökonomischen Einschätzungen liegt sein Fokus auf datenbasierten Kursprognosen, Marktanalysen und verständlich aufbereiteten Infografiken. Neben seiner Tätigkeit auf boersen-parkett.de veröffentlicht er auch Beiträge auf cryptonews.com und 99bitcoins.com. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf Faktentreue, Relevanz und eine klare Einordnung des täglichen Marktgeschehens. Mehr zu unserer Arbeitsweise in den Redaktionsrichtlinien.

Unsere Empfehlungen
Risikohinweis

Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.