CoinTracking ist das älteste Krypto-Steuer-Tool am Markt – und seit dem Preismodell-Update das einzige größere, bei dem ein einziges Abo alle Steuerjahre abdeckt statt einer Lizenz pro Jahr. Wir haben das Münchner Tool gegen sieben Alternativen gestellt und geprüft, was der deutsche Steuerreport wirklich leistet, wo die Software Einarbeitung kostet und für wen sich die Lifetime-Lizenz rechnet.
CoinTracking ist ein Krypto-Steuer- und Portfolio-Tool der CoinTracking GmbH aus München, das seit 2012 am Markt ist und nach Anbieterangaben über 2,2 Millionen Nutzer zählt. Steuerreports gibt es ab 39 € pro Jahr im Starter-Tarif, der für die meisten Privatanleger relevante Pro-Tarif kostet 129 € pro Jahr für bis zu 3.500 Transaktionen. In unserem Test erreicht CoinTracking eine Gesamtnote von 8,7/10 – Stärken bei Importbreite, deutscher Steuerlogik und Mehrjahres-Preismodell, Schwächen bei Bedienung und der stark beschnittenen Free-Version.
Beste Wahl für Allrounder, aktive Trader und alle, die mehrere Steuerjahre aufarbeiten müssen. Als Alternativen kommen vor allem Blockpit (Einsteiger mit Fokus auf formularfertige DACH-Reports) und Koinly (internationale Portfolios mit vielen On-Chain-Anbindungen) infrage.
- Was ist CoinTracking?
- CoinTracking Test: Unser Testurteil im Überblick
- CoinTracking Kosten: Preise & Tarife
- Der deutsche Steuerreport im Detail
- Import & Schnittstellen im Test
- Sonderfälle: Staking, DeFi, NFT & Co.
- Sicherheit & Datenschutz
- So erstellst du mit CoinTracking deinen Steuerreport
- Was CoinTracking nicht kann
- Vor- und Nachteile
- Alternativen zu CoinTracking
- Brauche ich überhaupt ein Krypto-Steuer-Tool?
- Fazit: Für wen lohnt sich CoinTracking?
- Häufige Fragen
Was ist CoinTracking?
CoinTracking ist eine Software, die Krypto-Transaktionen aus Börsen, Wallets und Blockchains zusammenführt, steuerlich klassifiziert und daraus einen Steuerreport erzeugt. Betreiber ist die CoinTracking GmbH mit Sitz in München – Datenverarbeitung und Vertragsverhältnis unterliegen damit deutschem Recht und der DSGVO. Der Anbieter ist seit 2012 aktiv und damit der älteste durchgehend verfügbare Anbieter dieser Kategorie im deutschsprachigen Raum.
Nach eigenen Angaben nutzen über 2,2 Millionen Investoren die Plattform, unterstützt werden mehr als 400 Börsen und Wallets. Neben dem Steuerreport bietet CoinTracking ein Portfolio-Tracking mit über 25 Auswertungsberichten sowie einen Full-Service, bei dem ein Team aus Steuerexperten Import, Bereinigung und Validierung übernimmt – inklusive komplexer Fälle wie Margin-Trades, DeFi und NFTs. Für Steuerberater und Kanzleien existiert eine Corporate-Lösung mit Mandantenverwaltung.
Der Punkt, der CoinTracking von Blockpit, Koinly und Waltio strukturell unterscheidet, ist das Abrechnungsmodell: Während die Konkurrenz eine Lizenz pro Steuerjahr verkauft, deckt ein laufendes CoinTracking-Abo sämtliche Steuerjahre ab. Wer drei zurückliegende Jahre nachdeklarieren muss, zahlt bei CoinTracking einmal, bei den meisten Wettbewerbern dreimal. Wie sich das konkret rechnet, zeigen wir weiter unten.
CoinTracking Test: Unser Testurteil im Überblick
CoinTracking erreicht in unserem Test 8,7 von 10 Punkten. Grundlage ist unser einheitliches Testverfahren mit fünf gewichteten Kriterien sowie die offiziellen Preis- und Funktionsseiten der Anbieter, Stand bei Veröffentlichung. Die Note ergibt sich aus den im Artikel belegten Fakten – der niedrigste Teilwert betrifft die Bedienung, und das ist die ehrlichste Aussage über dieses Tool.
CoinTracking Kosten: Preise & Tarife
CoinTracking kostet zwischen 0 und 769 € pro Jahr, entscheidend ist die Gesamtzahl der importierten Transaktionen. Wichtig für die Tarifwahl: Das Limit gilt nicht pro Steuerjahr, sondern für alle jemals importierten Transaktionen über die gesamte Historie. Wer fünf Jahre Handelshistorie aufarbeitet, sammelt entsprechend schnell mehrere tausend Einträge an.
Eine Veränderung, die viele ältere Testberichte noch nicht abbilden: Die Free-Version ist heute reines Portfolio-Tracking ohne neue Importe und ohne Steuerreport. Die früher genannten 200 Transaktionen gehören inzwischen zum kostenpflichtigen Starter-Tarif. Neue Konten starten mit einer siebentägigen Testphase mit unbegrenzten Importen ohne Kreditkarte – Steuerreports sind darin nicht enthalten.
| Tarif | 1 Jahr | 2 Jahre | Lifetime | Transaktionen | Enthalten |
|---|---|---|---|---|---|
| Free | 0 € | — | — | nur Portfolio-Ansicht | Tracking, 25+ Berichte – kein Steuerreport, keine neuen Importe |
| Starter | 39 € | 69 € | 199 € | 200 | Steuerreports, Steueroptionen, 2 Backups – kein API-Zugang, kein Auto-Sync |
| Pro | 129 € | 209 € | 569 € | 3.500 | zusätzlich Auto-Sync und API-Zugang, 5 Backups |
| Expert (S/M/L) | ab 219 € | ab 329 € | ab 969 € | 20.000–100.000 | zusätzlich priorisierter Support, Herkunftsnachweis, Datei-Konverter, KI-Steuersparer |
| Unlimited | 769 € | 1.179 € | 5.999 € | unbegrenzt | zusätzlich erweiterte Tools und Experten-Sitzung, 20 Backups |
| Corporate | 1.599 € | — | — | 3 unbegrenzte Konten | Mandantenverwaltung, individuelles Branding; weitere Konten 249 € pro Jahr |
Quelle: Preisseite des Anbieters, eigene Recherche. Preise in Euro, Stand bei Veröffentlichung. Der Anbieter gewährt zusätzlich eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie.
Was kostet der Steuerreport im Vergleich?
Aussagekräftiger als Listenpreise ist die Frage, was ein Report bei einer konkreten Transaktionszahl kostet. Die folgende Rechnung vergleicht CoinTracking mit den beiden meistgenutzten Alternativen und Waltio, jeweils für ein Steuerjahr.
| Transaktionen | CoinTracking | Blockpit | Koinly | Waltio |
|---|---|---|---|---|
| 100 | 129 € (Pro) | ca. 99 € | ab 49 € | ab 49 € |
| 1.000 | 129 € (Pro) | ca. 199 € | ca. 99–179 € | gestaffelt, ca. 179 € |
| 10.000 | 219 € (Expert S) | ca. 249–549 € | ca. 179–279 € | bis Unlimited-Stufe |
Quelle: Preisseiten der Anbieter, eigene Recherche, Stand bei Veröffentlichung. Bei 100 Transaktionen wäre bei CoinTracking rechnerisch der Starter-Tarif für 39 € ausreichend – ihm fehlt allerdings der API-Zugang, weshalb wir hier den praxistauglichen Pro-Tarif ansetzen. Werte für Nicht-Partner sind Anbieterangaben und können sich ändern; maßgeblich ist stets die jeweilige Anbieterseite.
Bei einem einzelnen Steuerjahr mit wenigen Transaktionen ist CoinTracking also nicht der günstigste Anbieter. Der Vorteil entsteht erst über mehrere Jahre.
Die Mehrjahres-Rechnung: der eigentliche Preisvorteil
Blockpit, Koinly und Waltio verkaufen eine Lizenz pro Steuerjahr. Bei CoinTracking deckt ein laufendes Abo jedes Steuerjahr ohne Zusatzkosten ab. Bei drei aufzuarbeitenden Steuerjahren mit jeweils rund 1.000 Transaktionen sieht die Rechnung so aus:
| Anbieter | 3 Steuerjahre | Modell |
|---|---|---|
| CoinTracking Pro (Lifetime) | 569 € einmalig | deckt alle vergangenen und künftigen Jahre ab |
| CoinTracking Pro (2-Jahres-Abo + 1 Jahr) | 338 € | ein Abo, alle drei Jahre enthalten |
| CoinTracking Pro (3× Jahresabo) | 387 € | ein Abo, alle drei Jahre enthalten |
| Blockpit (3 Lizenzen) | ca. 597 € | je Steuerjahr eine eigene Lizenz |
| Koinly (3 Lizenzen) | ca. 297–537 € | je Steuerjahr eine eigene Lizenz |
Quelle: Preisseiten der Anbieter, eigene Berechnung für ca. 1.000 Transaktionen pro Jahr, Stand bei Veröffentlichung. Bei Blockpit und Koinly variiert der Preis je nach Transaktionsstaffel des jeweiligen Jahres.
Der Umkehrschluss gehört dazu: Wer einmalig ein einzelnes Steuerjahr mit wenigen Transaktionen aufarbeiten und danach nie wieder ein Tool nutzen will, fährt mit Koinly oder Blockpit günstiger. Der CoinTracking-Vorteil greift ab dem zweiten Steuerjahr.
Der deutsche Steuerreport im Detail
Der Steuerreport von CoinTracking berechnet Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften nach FIFO und berücksichtigt dabei die einjährige Haltefrist. Er ist ab dem Starter-Tarif verfügbar, in der Free-Version ist er nicht enthalten. Neben Deutschland werden Österreich, die Schweiz und über 100 weitere Länder unterstützt.
Haltefrist, Freigrenzen und die richtige Anlage
Für deutsche Privatanleger sind vier Größen entscheidend, die das Tool korrekt abbilden muss:
- Haltefrist nach § 23 EStG: Wer eine Kryptowährung länger als ein Jahr hält, veräußert sie steuerfrei. CoinTracking weist steuerfreie Bestände separat aus und zeigt an, welche Coins die Haltefrist bereits erfüllt haben. Details dazu im Haltefrist-Rechner.
- Freigrenze von 1.000 € pro Jahr bei privaten Veräußerungsgeschäften (seit dem Veranlagungszeitraum 2024). Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wer sie um einen Euro überschreitet, versteuert den gesamten Gewinn. Wie das genau funktioniert, erklären wir unter Krypto-Freigrenze.
- Freigrenze von 256 € pro Jahr für sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG – relevant unter anderem für Erträge aus Staking und Lending.
- Eintragung in der Anlage SO für private Veräußerungsgeschäfte und sonstige Einkünfte; je nach Konstellation zusätzlich die Anlage KAP.
Walletbezogene FIFO und Audit-Trail
Nach dem BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 (Rz. 61) ist die FIFO-Methode walletbezogen anzuwenden – also pro Wallet und nicht walletübergreifend. CoinTracking bietet in den Steueroptionen entsprechende Einstellungen; die Wahl der Berechnungsgrundlage liegt beim Nutzer und sollte bewusst getroffen und über die Jahre beibehalten werden. Hintergründe dazu im Beitrag zur FIFO-Methode. Weitere Verrechnungsmethoden wie LIFO oder HIFO stehen zur Verfügung, sind für deutsche Privatanleger aber nicht die einschlägige Variante.
Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 hat die Mitwirkungs- und Dokumentationspflichten präzisiert und adressiert Transaktionsübersichten und Steuerreports ausdrücklich als Nachweisinstrumente. Praktisch bedeutet das: Jeder Wert im Report sollte auf die zugrunde liegenden Transaktionen rückführbar sein. CoinTracking liefert dafür einen Audit-Report sowie Roll-Forward-Auswertungen, die genau diese Nachvollziehbarkeit herstellen. In den Tarifen Expert und Unlimited kommt ein Herkunftsnachweis-Report hinzu, der Auszahlungen bis zum Ursprung zurückverfolgt und als mehrseitiges PDF für Banken, Finanzamt oder Steuerberater ausgegeben wird.
Import & Schnittstellen im Test
Die Importbreite ist die größte Stärke von CoinTracking: Über 400 Börsen, Wallets und Blockchains lassen sich anbinden, per API, Public Key oder CSV. Der API-Zugang und die automatische Synchronisation sind allerdings erst ab dem Pro-Tarif verfügbar – im Starter-Tarif für 39 € bleibt nur der manuelle beziehungsweise CSV-Import. Das ist bei zwanzig Trades pro Jahr vertretbar und wird bei mehreren hundert schnell zum Zeitfresser.
Praktisch bedeutet das für die Tarifwahl: Wer mehrere Börsen wie Binance oder Bitvavo parallel nutzt, sollte den Starter-Tarif überspringen. Die Ersparnis von 90 € wird durch manuelle Nacharbeit mehr als aufgebraucht.
Die häufigsten Importfehler und ihre Lösung
Kein Steuer-Tool importiert fehlerfrei, und die meisten falschen Steuerreports entstehen nicht in der Berechnung, sondern im Import. Diese Fehlerbilder treten am häufigsten auf:
- Doppelte Transaktionen durch Mischimport aus API und CSV für denselben Zeitraum. CoinTracking bietet dafür einen eigenen Check auf doppelte Transaktionen – er sollte vor jedem Report laufen.
- Interne Transfers als Verkauf klassifiziert: Eine Umbuchung von der Börse auf das eigene Hardware-Wallet ist kein Veräußerungsgeschäft. Wird nur eine Seite des Transfers importiert, entsteht ein Phantom-Gewinn. Beide Seiten importieren und als Transfer kennzeichnen.
- Fehlende historische Kurse bei markt-engen Coins: Ohne Kurs zum Transaktionszeitpunkt kann kein Gewinn berechnet werden. CoinTracking markiert solche Positionen; der Kurs muss dann manuell ergänzt werden.
- Spam- und Scam-Token aus unaufgeforderten Airdrops tauchen in der Bilanz auf und verfälschen sie. Diese Einträge sollten geprüft und bereinigt werden, bevor der Report läuft.
- Abweichende Zeitzonen zwischen Börsen-Export und Tool-Einstellung können Transaktionen an Jahresgrenzen ins falsche Steuerjahr schieben – besonders relevant bei Trades zwischen dem 31. Dezember und dem 1. Januar.
- Negative Bestände sind das zuverlässigste Warnsignal für einen unvollständigen Import. Wer laut Tool mehr verkauft hat, als er je besessen hat, hat eine Datenquelle vergessen.
Sonderfälle: Staking, DeFi, NFT & Co.
CoinTracking unterstützt DeFi- und NFT-Transaktionen über alle Tarife hinweg, inklusive Free-Portfolio-Ansicht. Wie zuverlässig die automatische Klassifizierung greift, hängt stark vom Protokoll ab – das gilt allerdings für jedes Tool dieser Kategorie.
- Staking und Lending: Erträge lassen sich als sonstige Einkünfte erfassen. Steuerlich ist der Zuflusszeitpunkt und der Kurs zu diesem Zeitpunkt maßgeblich – bei täglichen Rewards entstehen entsprechend viele Einzeltransaktionen, die auf das Tarif-Limit anrechnen.
- DeFi und Liquidity Pools: Import über Blockchain-Adressen ist möglich, die korrekte Zuordnung komplexer Pool-Vorgänge erfordert in der Regel manuelle Nacharbeit. Genau für solche Fälle existiert der kostenpflichtige Full-Service.
- NFTs: CoinTracking führt ein eigenes NFT-Center im Bilanzbereich.
- Margin und Futures: werden unterstützt und im Full-Service ausdrücklich als bearbeitbarer Sonderfall geführt. Die steuerliche Einordnung von Termingeschäften ist ein eigenes Thema und gehört in fachliche Beratung.
- Bridging und Cross-Chain: Transfers über Chains hinweg müssen auf beiden Seiten importiert und als Transfer erkannt werden, sonst entstehen Phantom-Verkäufe.
- Verlorene oder gehackte Bestände: Die steuerliche Behandlung ist nicht abschließend geklärt und einzelfallabhängig. Wie ein Tool das abbildet, ersetzt hier keine Beratung. Hintergründe zu solchen Vorfällen in unserer Chronik der Krypto-Hacks.
Sicherheit & Datenschutz
CoinTracking greift über API-Schlüssel nur lesend auf Börsenkonten zu – Handels- oder Auszahlungsrechte sind nicht erforderlich und sollten beim Anlegen des Schlüssels ausdrücklich deaktiviert werden. Private Keys werden nicht benötigt, Wallets werden über den Public Key eingebunden. Der Zugang lässt sich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern.
Als deutsche GmbH mit Sitz in München unterliegt der Anbieter der DSGVO und deutschem Recht – im Vergleich zu Anbietern mit Sitz außerhalb der EU ist das für deutsche Nutzer der klarere Rechtsrahmen. Ein Restrisiko bleibt konstruktionsbedingt bei jedem Steuer-Tool: Wer seine vollständige Transaktionshistorie hochlädt, gibt ein detailliertes Vermögensprofil aus der Hand. Das ist kein CoinTracking-spezifischer Punkt, sollte aber bewusst sein.
So erstellst du mit CoinTracking deinen Steuerreport
- Konto anlegen und Tarif wählen. Die siebentägige Testphase erlaubt unbegrenzte Importe ohne Kreditkarte – ideal, um vorab zu prüfen, wie viele Transaktionen tatsächlich zusammenkommen und welcher Tarif passt.
- Börsen und Wallets anbinden. Per Read-only-API (ab Pro), per Public Key für Wallets oder per CSV-Export. Wichtig: alle jemals genutzten Quellen erfassen, auch längst geschlossene Börsenkonten.
- Klassifizierung prüfen und Fehler korrigieren. Die Checks auf fehlende und doppelte Transaktionen sowie auf negative Bestände durchlaufen lassen und Auffälligkeiten bereinigen. Dieser Schritt kostet die meiste Zeit und entscheidet über die Qualität des Reports.
- Steueroptionen setzen. Berechnungsmethode (FIFO), Bezugswährung und Behandlung von Erträgen festlegen – und diese Einstellungen über die Jahre konsistent beibehalten.
- Report für das Steuerjahr erzeugen und die Werte in die Anlage SO übertragen, gegebenenfalls zusätzlich in die Anlage KAP.
- Report und Rohdaten archivieren. Der Steuerreport allein reicht bei Rückfragen nicht; die zugrunde liegenden Transaktionsdaten und Exporte gehören dazu, damit der Audit-Trail vollständig bleibt.
Was CoinTracking nicht kann
- Keinen Steuerreport in der Free-Version. Der kostenlose Tarif ist heute reines Portfolio-Tracking ohne neue Importe. Für jeden Report ist mindestens der Starter-Tarif für 39 € fällig.
- Keinen API-Zugang im Starter-Tarif. Auto-Sync und API-Import gibt es erst ab 129 € im Pro-Tarif – der günstigste Steuerreport ist damit ein reiner Handimport-Tarif.
- Keine Bedienoberfläche für Eilige. Der Funktionsumfang mit über 25 Berichten und fünf Reporting-Gruppen ist der Grund für die Bewertung von 7,2 in der Bedienung. Wer einen Report auf Knopfdruck ohne Einarbeitung will, ist bei Blockpit besser aufgehoben.
- Kein Transaktionslimit pro Jahr. Die Limits gelten kumuliert über die gesamte Historie – wer fünf Jahre aufarbeitet, landet leichter in einer höheren Staffel, als die Tarifnamen vermuten lassen.
- Keine Steuerberatung. Weder der Report noch der Full-Service ersetzen die steuerliche Beratung im Einzelfall. Der Full-Service übernimmt Import und Validierung, nicht die rechtliche Würdigung deiner persönlichen Situation.
Vor- und Nachteile von CoinTracking
- Ein Abo deckt alle Steuerjahre ab – einzigartig unter den großen Anbietern
- Über 400 Börsen-, Wallet- und Chain-Anbindungen
- Deutscher Anbieter aus München, DSGVO und deutsches Recht
- Seit 2012 durchgehend am Markt, über 2,2 Mio. Nutzer
- Audit-Report und Roll-Forward für die Nachvollziehbarkeit
- Lifetime-Lizenzen und 2-Jahres-Abos verfügbar
- Full-Service für komplexe Fälle wie DeFi, NFT und Margin
- 7 Tage Test ohne Kreditkarte, 14 Tage Geld-zurück-Garantie
- Free-Version ohne Steuerreport und ohne neue Importe
- Kein API-Zugang im Starter-Tarif (39 €)
- Spürbare Einarbeitungszeit, Oberfläche wirkt technisch
- Unlimited-Tarif mit 769 € pro Jahr im oberen Preisbereich
- Transaktionslimits gelten kumuliert, nicht pro Jahr
- Bei einem einzelnen Steuerjahr mit wenigen Trades günstigere Alternativen
Alternativen zu CoinTracking
Für diesen Test haben wir acht Steuer-Tools nach demselben Verfahren geprüft. Zwei davon empfehlen wir deutschen Anlegern ausdrücklich nicht – beide sind primär auf das US-Steuerrecht ausgelegt und bilden die walletbezogene FIFO-Logik sowie die deutsche Formularlogik nicht in vergleichbarer Tiefe ab.
| Tool | Sitz | Preismodell | Report ab | Free-Version | Deutscher Report | Beste Wahl für … |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CoinTracking | München, DE | Abo/Lifetime, alle Jahre inkl. | 39 € | nur Portfolio-Ansicht | FIFO, Haltefrist, Audit-Report | ✓ Allrounder, aktive Trader, Mehrjahres-Nutzer |
| Blockpit | Linz, AT | Lizenz pro Steuerjahr | ca. 49 € | Portfolio-Tracking unbegrenzt | Anlage SO/KAP formularfertig, ELSTER-Hinweise | ✓ Einsteiger mit Fokus auf Report auf Knopfdruck |
| Koinly | außerhalb EU | Lizenz pro Steuerjahr | ca. 49 € | Tracking bis ca. 10.000 Tx | FIFO und Haltefrist, DACH-Tiefe geringer | ✓ Internationale Portfolios, viele On-Chain-Wallets |
| Waltio | Frankreich | Tarif pro Steuerjahr | ca. 49 € | eingeschränkt | DE-Report mit ELSTER-Anleitung | Nutzer mit Fokus auf automatische Klassifizierung |
| CryptoTaxCalculator | Australien | Lizenz pro Steuerjahr | gestaffelt | Testansicht | verfügbar, DACH-Tiefe prüfen | DeFi- und On-Chain-lastige Portfolios |
| Divly | Schweden | Lizenz pro Steuerjahr | günstige Staffeln | eingeschränkt | verfügbar, einfache Fälle | Preisbewusste mit wenigen Transaktionen |
| CoinLedger | USA | Lizenz pro Steuerjahr | gestaffelt | Vorschau kostenlos | eingeschränkt | — für deutsche Steuerfälle nicht empfohlen (US-Fokus, keine DACH-Formularlogik) |
| ZenLedger | USA | Lizenz pro Steuerjahr | gestaffelt | eingeschränkt | US-fokussiert | — für deutsche Steuerfälle nicht empfohlen (keine walletbezogene FIFO-Tiefe) |
| Accointing | — | eingestellt | — | — | — | — 2023 von Blockpit übernommen, Nutzer migriert; keine aktive Option mehr |
Quelle: Preis- und Funktionsseiten der Anbieter, eigene Recherche, Stand bei Veröffentlichung. Angaben zu Nicht-Partnern beruhen auf öffentlich zugänglichen Anbieterinformationen.
Blockpit: die Empfehlung für Einsteiger
Blockpit sitzt in Linz, ist seit 2017 am Markt und hat mit Cryptotax (2020/21) und Accointing (2023) zwei Wettbewerber übernommen. Der Anbieter ist auf die Steuerlogik von Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert: Der Report liefert formularfertige Werte für Anlage SO und Anlage KAP inklusive ELSTER-Zeilenhinweisen, rechnet walletbezogen nach FIFO gemäß BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 und stellt einen Audit-Trail bereit. TÜV-Austria-Zertifizierung und eine von KPMG geprüfte Steuerlogik kommen hinzu. Ehrlich dazugehört: Jeder Steuerreport ist kostenpflichtig, die Lizenzen gelten pro Steuerjahr und reichen je nach Transaktionszahl von rund 49 bis 549 €; die kostenlose Version ist reines Portfolio-Tracking. Blockpit ist damit nicht der günstigste Anbieter, aber der mit dem geradlinigsten Weg zum fertigen deutschen Formularwert. Wo CoinTracking Tiefe bietet, bietet Blockpit Tempo – wer nur einmal im Jahr einen Report braucht und ihn ohne Einarbeitung will, fährt hier besser. Wir verdienen an dieser Empfehlung nichts.
Koinly: die Empfehlung für internationale Portfolios
Koinly ist international das bekannteste Tool der Kategorie und punktet mit einer sehr breiten Abdeckung an Börsen-, Wallet- und Chain-Integrationen – praktisch für alle, die viel on-chain unterwegs sind, mehrere Wallets führen oder in exotischen Assets unterwegs sind. Das Portfolio-Tracking ist mit hohem Transaktionslimit kostenlos, der Steuerreport kostet ab etwa 49 € pro Steuerjahr. Die einjährige Haltefrist und FIFO bildet Koinly für Deutschland ab. Ehrlich dazugehört: Der Anbieter sitzt außerhalb der EU, und der Report ist weniger stark auf deutsche Formulare zugeschnitten als bei Blockpit oder CoinTracking. Wer maximale Sicherheit bei der deutschen Formularlogik will, ist hier nicht erste Wahl. Auch Koinly verlinken wir nicht – wir verdienen daran nichts.
Brauche ich überhaupt ein Krypto-Steuer-Tool?
Nein, nicht in jedem Fall. Ein Tool lohnt sich, wenn eine dieser Bedingungen zutrifft: mehrere Börsen oder Wallets im Einsatz, regelmäßige Verkäufe innerhalb der Haltefrist, Staking- oder Lending-Erträge, DeFi- oder NFT-Aktivität, oder mehr als etwa fünfzig Transaktionen pro Jahr. Ab dieser Größenordnung wird die manuelle Aufbereitung in einer Tabelle fehleranfällig, und Fehler bei der Haltefrist oder der Kurszuordnung kosten mehr als jede Lizenz.
Kein Tool brauchst du, wenn du ausschließlich gekauft und länger als ein Jahr gehalten hast, ohne zu verkaufen – dann liegt kein steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft vor. Ebenso wenig, wenn du nur wenige Trades auf einer einzigen Börse hattest und der Gewinn sicher unterhalb der Freigrenze von 1.000 € liegt. Achtung beim Fallstrick: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Bei 1.001 € Gewinn ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der eine Euro darüber. Wann eine Angabe fällig wird, klärt unser Beitrag dazu, wann Krypto in die Steuererklärung gehört.
Das häufigste Missverständnis rund um DAC8 und das KStTG: Ein Steuer-Tool macht die Meldung nicht überflüssig, aber es meldet auch nichts. Die Meldepflicht liegt bei den Krypto-Dienstleistern. Der praktische Effekt für Anleger ist ein anderer: Das Finanzamt erhält die Daten der Börsen künftig ohnehin: Die eigentliche Frage ist, ob die eigene Erklärung dazu passt. Genau dafür ist die Dokumentation da. Weitere Grundlagen im Themenhub Kryptowährungen und Steuern.
Fazit: Für wen lohnt sich CoinTracking?
CoinTracking erreicht in unserem Test 8,7 von 10 Punkten und ist damit das funktional breiteste Krypto-Steuer-Tool im deutschsprachigen Markt. Der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz liegt weniger in einzelnen Funktionen als im Abrechnungsmodell: Wer mehrere Steuerjahre aufarbeitet oder dauerhaft dokumentiert, zahlt einmal statt jedes Jahr neu. Zusammen mit dem deutschen Firmensitz, dem Audit-Report und über 400 Anbindungen ergibt das ein rundes Paket für Allrounder, aktive Trader und Nachdeklarierer.
Der Preis dafür ist Einarbeitungszeit. Wer Krypto nebenbei hält, einmal im Jahr einen Report braucht und ihn ohne Lernkurve will, ist mit Blockpit besser bedient – formularfertige Werte für Anlage SO und KAP, dafür eine Lizenz pro Steuerjahr. Wer viele Wallets und Chains bespielt und international unterwegs ist, findet bei Koinly die größere Integrationsbreite bei geringerer DACH-Tiefe. Und wer nur gekauft und gehalten hat, braucht vorerst gar kein Tool.
Ein Hinweis zum Schluss: Dieser Beitrag ordnet die Funktionen und Kosten der getesteten Tools journalistisch ein. Er ersetzt keine Steuerberatung, insbesondere nicht bei DeFi, Margin-Geschäften oder verlorenen Beständen – Fälle, in denen sich eine fachliche Einzelfallprüfung fast immer rechnet.
Häufige Fragen zu CoinTracking
Ist CoinTracking kostenlos?
Teilweise. Der Free-Tarif erlaubt die Ansicht des bestehenden Portfolios mit über 25 Berichten, enthält aber weder Steuerreports noch neue Importe. Neue Konten starten mit einer siebentägigen Testphase mit unbegrenzten Importen ohne Kreditkarte. Für einen Steuerreport ist mindestens der Starter-Tarif für 39 € pro Jahr erforderlich.
Was kostet CoinTracking?
Die Jahrespreise liegen bei 39 € (Starter, 200 Transaktionen), 129 € (Pro, 3.500 Transaktionen), ab 219 € (Expert, 20.000 bis 100.000) und 769 € (Unlimited). Alle Tarife gibt es auch als 2-Jahres-Abo oder als Lifetime-Lizenz, etwa 569 € einmalig für Pro. Jeder Bezahltarif deckt alle Steuerjahre ohne Zusatzkosten ab.
Meldet CoinTracking meine Daten ans Finanzamt?
Nein. Meldepflichtig sind seit dem 1. Januar 2026 die Krypto-Dienstleister selbst, geregelt im Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz zur Umsetzung von DAC8; die erste automatische Übermittlung ist für 2027 vorgesehen. Ein Steuer-Tool dokumentiert deine Transaktionen und erzeugt einen Report – übermittelt wird davon nichts.
Unterstützt CoinTracking FIFO und die einjährige Haltefrist?
Ja. Der deutsche Steuerreport rechnet nach FIFO und berücksichtigt die einjährige Haltefrist nach § 23 EStG; steuerfreie Bestände werden gesondert ausgewiesen. Die Berechnungsmethode lässt sich in den Steueroptionen einstellen. Nach dem BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 ist FIFO walletbezogen anzuwenden.
Erkennt das Finanzamt den CoinTracking-Steuerreport an?
Ein Steuerreport ist ein Nachweisinstrument, keine amtlich zertifizierte Berechnung – eine pauschale Anerkennungsgarantie gibt es bei keinem Anbieter. Entscheidend ist, dass die Werte plausibel, vollständig und auf die zugrunde liegenden Transaktionen rückführbar sind. Genau darauf zielt die Audit-Trail-Anforderung des BMF-Schreibens vom 6. März 2025.
Kann ich mit CoinTracking alte Steuerjahre nachdeklarieren?
Ja. Anders als bei Anbietern mit Jahreslizenzen deckt jeder Bezahltarif sämtliche Steuerjahre ab. Zu beachten ist, dass die Transaktionslimits kumuliert über die gesamte Historie gelten: Wer mehrere Jahre nachimportiert, benötigt eher einen höheren Tarif, als die Transaktionszahl eines einzelnen Jahres vermuten lässt.