Eigentlich könnte die Stimmung besser sein. Die US-Notenbank hat die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt, was aus makroökonomischer Sicht als klarer Rückenwind für risikobehaftete Anlagen wie Kryptowährungen gilt. Parallel dazu wurde eine Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China verkündet – inklusive eines einjährigen Abkommens zu Seltenen Erden, Zollsenkungen und neuer Gesprächsformate rund um Technologietransfer. Zwei Nachrichten, die grundsätzlich als bullish für digitale Assets zu werten wären.
Doch der Markt reagiert verhalten. Bitcoin notiert am Donnerstagvormittag bei 110.305 US-Dollar – ein leichter Rücksetzer im Vergleich zum Wochenverlauf. Auch die großen Altcoins zeigen sich richtungslos. Der vielbeachtete Fear & Greed Index von alternative.me steht aktuell bei 34 Punkten und signalisiert damit „Fear“. Noch gestern lag der Wert bei 51 – die Stimmung ist innerhalb von 24 Stunden deutlich gekippt.
Auffällig ist: Während etablierte Projekte unter Druck stehen, legen ausgerechnet hochspekulative Token aus der zweiten Reihe zu. Der Trump Coin ($TRUMP) verzeichnet ein zweistelliges Tagesplus und nähert sich erneut der psychologisch wichtigen 10-Dollar-Marke. Technisch gesehen verläuft dort auch der EMA 200 – ein Durchbruch über dieses Niveau gilt als mögliches Kaufsignal. Dennoch warnen viele Marktbeobachter: Das Projekt ist extrem volatil, der Token stark politisch aufgeladen, und die bisherigen Kursbewegungen waren trotz ambitionierter TRUMP Prognosen fast ausschließlich von kurzfristigen Spekulationswellen getrieben.
Die aktuelle Marktverfassung lässt sich entsprechend als fragil beschreiben. Fundamentale Nachrichten scheinen kaum Wirkung zu entfalten, während spekulative Assets von kurzfristigen Kapitalbewegungen profitieren. Das Vertrauen in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung ist spürbar gebremst – trotz der eigentlich positiven Impulse auf globaler Ebene.