Relai ist eine der wenigen Bitcoin-Apps mit MiCA-Lizenz – und trotzdem suchen viele Nutzer nach einer Alternative. Der Grund liegt nicht in der Regulierung, sondern im Modell: Relai handelt ausschließlich Bitcoin, verlangt 1 % pro Kauf und Verkauf und bietet weder Altcoins noch Aktien, ETFs oder Trading-Funktionen. Wer mehr will als BTC in Eigenverwahrung, braucht eine breitere Plattform.
Die besten Relai Alternativen sind derzeit eToro (Einsteiger und Multi-Asset-Anleger, inkl. Copy- und KI-Trading), Bitvavo (langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer, maximal 0,25 % Gebühren) und OKX (aktive Trader, MiCA-lizenziert über die MFSA Malta).
Wichtig zur Einordnung: Relai selbst ist seit dem 28. Oktober 2025 über die französische Aufsicht AMF MiCA-lizenziert (Relai EU SASU) – ein Wechsel ist also nicht aus regulatorischen Gründen nötig. Wer wechselt, tut das wegen der Kosten (1,0 % je Kauf und Verkauf) oder weil er mehr braucht als Bitcoin.
- Warum suchen Nutzer Alternativen zu Relai?
- Unsere drei Empfehlungen
- Die besten Relai Alternativen im Überblick
- Weitere geprüfte Alternativen
- Ist Relai reguliert? (MiCAR-Status)
- Relai vs. Alternativen: Gebühren im Vergleich
- So wechselst du von Relai zur Alternative
- Wann Relai trotzdem die richtige Wahl bleibt
- Fazit
- Häufige Fragen
Warum suchen Nutzer Alternativen zu Relai?
Der häufigste Grund für die Suche nach Relai Alternativen ist nicht Unzufriedenheit mit der App, sondern das bewusst enge Produktmodell: Relai ist eine reine Bitcoin-App mit Self-Custody-Wallet – und genau das wird ab einem bestimmten Punkt zur Grenze. Fünf konkrete Auslöser tauchen in der Praxis immer wieder auf:
1. Bitcoin-only. Relai handelt ausschließlich BTC. Kein Ethereum, kein Solana, kein Stablecoin. Wer sein Portfolio über Bitcoin hinaus aufbauen will, braucht zwingend eine zweite Plattform – oder wechselt gleich vollständig. Zum Vergleich: Bitvavo listet über 400 Coins, eToro über 200, OKX rund 270.
2. Die 1-Prozent-Gebühr trifft beide Seiten. Relai berechnet nach eigener Preisgestaltung 1,0 % auf Kauf und Verkauf (0,9 % mit Empfehlungscode). Bei einem Kauf für 1.000 € und späterem Verkauf sind das 20 € – bei Bitvavo wären es rund 5 €. Für Buy-and-Hold-Anleger mit langem Horizont fällt das kaum ins Gewicht. Wer häufiger umschichtet, zahlt bei Relai spurbar drauf.
3. Keine Aktien, keine ETFs, kein Trading. Relai ist kein Broker. Wer Krypto und klassische Anlagen in einem Depot bündeln will, ist hier strukturell falsch.
4. Kartenzahlung ist teuer. Bei Zahlung per Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay fällt bei Relai ein Aufschlag von 3,0 % pro Transaktion an – zusätzlich zur regulären Gebühr. Günstig kauft man bei Relai nur per SEPA-Überweisung.
5. Self-Custody ist nicht für jeden. Relai verwahrt keine Coins, sondern schickt sie direkt in eine Wallet, zu der nur der Nutzer die Wiederherstellungsphrase besitzt. Das ist für Bitcoin-Puristen das entscheidende Argument – für Einsteiger, die keine 12 Wörter sichern und verwahren wollen, aber eine Hürde. Verliert man den Seed, sind die Coins weg. Niemand kann sie zurückholen.
Was nicht zu den Gründen zählt: die Regulierung. Relai gehört zu den EU-lizenzierten Anbietern (Details im Regulierungs-Abschnitt). Der Stichtag 1. Juli 2026, an dem die letzte MiCA-Übergangsfrist ausgelaufen ist, betrifft Relai-Nutzer nicht.
Unsere drei Empfehlungen
Grundlage dieser Auswahl sind unsere laufend aktualisierten Einzeltests von 32 Krypto-Börsen (siehe Krypto-Börsen-Vergleich) sowie die offiziellen Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter. Aus diesem Feld empfehlen wir Anlegern aus Deutschland drei Plattformen – zwei davon sind Partner von boersen-parkett.de, Bitvavo empfehlen wir ohne jedes Provisions-Interesse.
Investitionen in Kryptowerte sind mit Risiken verbunden und möglicherweise nicht für Privatanleger geeignet. Es kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Informiere dich hier über die Risiken.
eToro – die Alternative für Einsteiger und Multi-Asset-Anleger
eToro ist die naheliegende Wahl für alle, die bei Relai an die Bitcoin-only-Grenze stoßen. Auf der Plattform liegen über 200 Kryptowerte, mehr als 6.000 Aktien und 700+ ETFs in einem einzigen Konto – wer Bitcoin, Nvidia und einen MSCI-World-ETF nebeneinander halten will, braucht dafür keine drei Apps. Reguliert wird eToro Europe Ltd über die zyprische CySEC, die MiCA-Lizenz liegt seit Februar 2025 vor; das Unternehmen ist seit 2007 am Markt und seit 2025 selbst an der Nasdaq notiert. Dazu kommen Funktionen, die Relai konstruktionsbedingt nicht bieten kann: Copy-Trading, KI-gestützte Trading-Features, Sparpläne und ein kostenloses Demokonto.
Ehrlich gesagt: Günstiger als Relai ist eToro im Krypto-Handel nicht. Die Krypto-Gebühr beträgt 1 % pro Transaktion plus Marktspread – also faktisch dasselbe Niveau. Hinzu kommt die USD-Kontoführung: Bei EUR-Ein- und Auszahlungen fällt eine Umrechnung von rund 1,5 % (150 Pips) an, die sich über eToro Money bei EUR-Auszahlungen vermeiden lässt. Auszahlungen kosten 5 USD. Wer allein Bitcoin günstig ansparen will, gewinnt hier nichts. Wer ein breites Depot will, gewinnt sehr viel.
Eignungs-Fazit: Die beste Relai Alternative für Einsteiger und alle, die Krypto, Aktien und ETFs in einer Plattform bündeln wollen – nicht für Kostenoptimierer. Mehr Details im eToro Erfahrungsbericht.
Bitvavo – die Alternative für langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer
Bitvavo ist die direkteste Antwort auf den Hauptkritikpunkt an Relai: die Kosten. Die niederländische Börse (Bitvavo B.V., MiCA-CASP-Lizenz der AFM seit dem 27. Juni 2025) berechnet maximal 0,15 % Maker und 0,25 % Taker – volumenabhängig sinkend bis 0,04 %. In der Roundtrip-Studie der Frankfurt School / Intas.tech (März 2026, 432 Roundtrips über neun MiCAR-Anbieter) war Bitvavo mit rund 0,53 % Gesamtkosten pro Roundtrip der günstigste geprüfte Anbieter – Relais 1,0 % je Seite liegen deutlich darüber. Dazu kommen 400+ Coins, kostenlose SEPA-Einzahlungen, ein Sparplan ab 10 € und über 4 Millionen Kunden.
Was Bitvavo nicht kann: kein Hebel, keine Futures, kein Copy-Trading, keine Aktien oder ETFs. Und – für Relai-Umsteiger besonders relevant – Bitvavo ist eine verwahrende Börse. Die Coins liegen beim Anbieter, nicht in der eigenen Wallet. Wer Relai gerade wegen der Self-Custody nutzt, verliert diesen Punkt und sollte längerfristige Bestände per Auszahlung auf eine eigene Hardware-Wallet sichern (mehr dazu im Wechsel-Guide). Staking für deutsche Nutzer war zuletzt eingeschränkt.
Eignungs-Fazit: Die beste Relai Alternative für Sparplan-Anleger, die dieselbe Buy-and-Hold-Logik verfolgen, aber nicht das Vierfache an Gebühren zahlen wollen – und die zusätzlich Altcoins abdecken möchten. Wir empfehlen Bitvavo ohne Partner-Vergütung; Details im Bitvavo Erfahrungsbericht.
OKX – die Alternative für aktive Trader
OKX ist der Gegenentwurf zu Relais radikaler Einfachheit. Reguliert über die OKX Europe Ltd mit MiCA-Lizenz der maltesischen MFSA (erteilt am 27. Januar 2025), bietet die Plattform rund 270 Coins, über 60 EUR-Paare, Trading-Bots, eine Web3-Wallet für 130+ Chains und regulierte X-Perps mit bis zu 10x Hebel (MiFID II über OKX Europe Markets Ltd). Die Spot-Gebühren liegen standardmäßig bei 0,20 % Maker und 0,35 % Taker – mit aktiviertem X-Perps-Konto sinken sie auf 0,08 %/0,10 %. Reserven werden monatlich per zk-STARK-basiertem Proof of Reserves nachgewiesen.
Die Schwachstellen: Die Standard-Gebühren liegen über Bitvavo-Niveau, und die schiere Tiefe der Plattform – Orderbuch, Derivate, Bots, Web3 – ist für jemanden, der bislang mit einer Ein-Knopf-Bitcoin-App gearbeitet hat, ein harter Bruch. USDT ist unter MiCA nicht handelbar; stattdessen kommen USDC und USDG zum Einsatz.
Eignungs-Fazit: Die beste Relai Alternative für alle, die vom reinen Sparen zum aktiven Handeln übergehen wollen – und dabei EU-Regulierung nicht aufgeben möchten. Details im OKX Erfahrungsbericht.
Die besten Relai Alternativen im Überblick
Alle hier gelisteten Anbieter besitzen eine MiCA-CASP-Lizenz und dürfen EWR-Kunden auch nach dem Stichtag 1. Juli 2026 regulär bedienen. Unterschieden wird also nicht über die Regulierung, sondern über Kosten, Produktangebot und Verwahrmodell.
| Anbieter | MiCAR-Lizenz (Entität) | Gebühren (Basis) | Angebot | Sparplan | Verwahrung | Coins | Beste Wahl für … |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Relai | AMF Frankreich (Relai EU SASU) | 1,0 % je Kauf/Verkauf (0,9 % mit Code) | Nur Bitcoin | Ja | Self-Custody | 1 | Bitcoin-Puristen mit Eigenverwahrung |
| eToro ✓ | CySEC (eToro Europe Ltd) | 1 % + Spread | Krypto, Aktien, ETFs, CFDs | Ja | Verwahrend | 200+ | Einsteiger & Multi-Asset-Anleger |
| Bitvavo ✓ | AFM Niederlande (Bitvavo B.V.) | 0,15 % / 0,25 % | Spot | Ja, ab 10 € | Verwahrend | 400+ | Langfrist-Anleger & Kostenbewusste |
| OKX ✓ | MFSA Malta (OKX Europe Ltd) | 0,20 % / 0,35 % (ab 0,08 %) | Spot, X-Perps, Bots | Ja | Verwahrend | 270+ | Aktive Trader |
| 21bitcoin | MiCA (prüfen) | ~0,99 % (sinkend) | Nur Bitcoin | Ja | Self-Custody | 1 | Bitcoin-only-Sparer (Relai-Direktkonkurrent) |
| Finst | MiCA Niederlande | 0,15 % Flat, kein Spread | Spot | Ja | Verwahrend | ~50 | Flat-Fee-Fans mit kleinem Coin-Bedarf |
| Kraken | Central Bank of Ireland | Pro gestaffelt; App-Sofortkauf ~1 % + Spread | Spot, Futures, Karte | Ja | Verwahrend | 500+ | Größte Coin-Auswahl mit starkem Support |
| Bybit EU | FMA Österreich (Bybit EU GmbH) | 0,10 % Maker = Taker | Spot, Futures (max. 10x) | Nein | Verwahrend | 400+ | Trader mit Fokus auf große Coin-Auswahl |
| Bitpanda | FMA Österreich | Spread ~1,49 % (Fusion ab 0,25 %) | Krypto, Aktien*, Edelmetalle | Ja | Verwahrend | 400+ | Nicht empfohlen – Spread-Modell zu teuer |
| Bison | BaFin (Börse Stuttgart) | 1,25 % Spread | Spot | Ja | Verwahrend | ~30 | Nicht empfohlen – teuer, kleines Angebot |
| Coinbase | Coinbase Luxembourg S.A. | Simple ~1,49 % + Spread | Spot, Advanced Trade | Ja | Verwahrend | 250+ | Nicht empfohlen – höchste Gesamtkosten im Test |
| Trade Republic | BaFin (Wertpapierinstitut) | Spread-Modell | Krypto, Aktien, ETFs | Ja | Verwahrend | ~50 | Neobroker-Nutzer – kein Wallet-Transfer |
✓ = unsere Empfehlung. Quelle: Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter, ESMA-CASP-Register, eigene Recherche. Gebührenänderungen bleiben vorbehalten.
Weitere geprüfte Alternativen
21bitcoin ist der direkteste Relai-Konkurrent: ebenfalls Bitcoin-only, ebenfalls Self-Custody, ebenfalls Sparplan-fokussiert. Die Gebühr liegt mit rund 0,99 % praktisch auf Relai-Niveau und sinkt mit steigendem Volumen. Wer das Relai-Modell grundsätzlich mag, aber die App wechseln will, findet hier den nächsten Verwandten – einen echten Kostensprung bringt das aber nicht.
Finst (Niederlande, MiCA-lizenziert) verlangt 0,15 % Flat-Fee auf Kauf und Verkauf, ohne Spread und ohne Staffelung. Das ist rechnerisch der günstigste Weg überhaupt – ein 1.000-€-Roundtrip kostet 3 € statt 20 € bei Relai. Der Preis dafür: ein deutlich kleineres Coin-Angebot und ein weniger ausgebautes Ökosystem. Für reine BTC-Sparer, denen Self-Custody nicht heilig ist, eine ernsthafte Überlegung.
Kraken (MiCA über die Central Bank of Ireland, seit 2011 am Markt) bietet mit 500+ Coins die größte Auswahl im regulierten Feld und einen Support, der in unseren Tests konstant zu den besten gehört. Die Gebührenstruktur von Kraken Pro wurde zum 9. Juli 2026 umgestellt – die Tier-Einstufung erfolgt jetzt nach Volumen oder Assets on Platform. Wer konkrete Zahlen braucht, sollte den aktuellen Fee-Schedule prüfen; der App-Sofortkauf liegt effektiv im Relai-Bereich. Details im Kraken Erfahrungsbericht.
Bybit EU (Bybit EU GmbH, Wien, MiCA-Lizenz der FMA seit Mai 2025) fährt eine pauschale Spot-Gebühr von 0,10 % für Maker und Taker – einfacher geht es kaum. Zur fairen Einordnung gehört der Hack vom Februar 2025 (rund 1,5 Mrd. USD, Kundengelder wurden ersetzt) ebenso wie der Umstand, dass das EU-Derivate-Angebot auf maximal 10x begrenzt ist.
Drei Anbieter empfehlen wir Relai-Umsteigern ausdrücklich nicht: Coinbase war in der Frankfurt-School-Studie mit rund 6,45 % Gesamtkosten pro Roundtrip der teuerste geprüfte Anbieter – wer von Relais 2 % Roundtrip dorthin wechselt, verschlechtert sich massiv. Bison arbeitet mit einem Spread von 1,25 % bei nur rund 30 Coins. Und Bitpanda verlangt im Standard-Kaufweg typischerweise rund 1,49 % Spread; nur über Bitpanda Fusion wird es mit ab 0,25 % konkurrenzfähig. Alle drei sind sauber reguliert – aber für einen kostengetriebenen Wechsel von Relai die falsche Richtung.
Ist Relai reguliert? (MiCAR-Status)
Ja. Relai hat am 28. Oktober 2025 von der französischen Finanzmarktaufsicht AMF eine MiCA-Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) erhalten. Betreiberin des EU-Geschäfts ist die Relai EU SASU; das ursprüngliche Unternehmen, die Relai AG, sitzt in Zürich. Über das Passporting-Verfahren gilt die französische Lizenz im gesamten EWR, also auch in Deutschland und Österreich.
Das heißt konkret: Der MiCA-Stichtag 1. Juli 2026, an dem die letzte EU-Übergangsfrist ausgelaufen ist, hat für Relai-Nutzer keine Konsequenzen. Anders als Kunden nicht lizenzierter Börsen musst du weder Guthaben abziehen noch Fristen beachten. Ein Wechsel von Relai ist eine reine Produkt- und Kostenentscheidung – keine regulatorische Notwendigkeit.
So prüfst du jede Lizenz selbst: Maßgeblich ist nicht die Marke, sondern die juristische Person. Im öffentlichen ESMA-CASP-Register lässt sich für jeden Anbieter nachschlagen, welche Entität (z. B. Relai EU SASU, Bitvavo B.V., OKX Europe Ltd, eToro Europe Ltd) von welcher nationalen Aufsicht zugelassen wurde. Ergänzend liefert die BaFin-Unternehmensdatenbank Auskünfte für den deutschen Markt. Wer den Hintergrund verstehen will: In unserem Ratgeber zur MiCAR-Verordnung ist der Rahmen kompakt erklärt.
Eine MiCA-Besonderheit betrifft Relai-Nutzer allerdings mittelbar: Da Relai ausschließlich Bitcoin handelt, sind die Stablecoin-Regeln – USDT ist auf MiCA-Plattformen nicht mehr handelbar, Standard sind USDC und EURC – für Relai selbst irrelevant. Beim Wechsel auf eine Multi-Coin-Börse werden sie es sehr wohl. Details dazu in unserem Beitrag zur Stablecoin-Regulierung unter MiCA.
Relai vs. Alternativen: Gebühren im Vergleich
Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Kauf allein, sondern im Roundtrip – also Kauf plus späterer Verkauf. Genau hier wird Relais 1-Prozent-Modell zur doppelten Belastung. Das folgende Rechenbeispiel zeigt die Gesamtkosten für ein Investment von 1.000 € (Kauf und Verkauf, Standard-Kaufweg per SEPA, ohne Empfehlungscode):
| Anbieter | Kauf 1.000 € | Verkauf 1.000 € | Kosten Roundtrip | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Relai | 10,00 € (1,0 %) | 10,00 € (1,0 %) | ~20,00 € | 0,9 % mit Code → ~18 €; Karte +3,0 % |
| eToro | 10,00 € (1 %) + Spread | 10,00 € (1 %) + Spread | ~20,00 € + | zzgl. ~1,5 % USD-Umrechnung bei EUR-Einzahlung |
| Bitvavo | 2,50 € (0,25 % Taker) | 2,50 € (0,25 % Taker) | ~5,00 € | sinkt volumenabhängig bis 0,04 % |
| OKX | 3,50 € (0,35 % Taker) | 3,50 € (0,35 % Taker) | ~7,00 € | mit X-Perps-Konto: ~2,00 € gesamt |
| Finst | 1,50 € (0,15 % Flat) | 1,50 € (0,15 % Flat) | ~3,00 € | kein Spread, keine Staffelung |
| Coinbase (Simple) | ~14,90 € + Spread | ~14,90 € + Spread | bis ~64,50 € | teuerster Anbieter der Frankfurt-School-Studie |
Vereinfachtes Rechenbeispiel ohne Spread-Effekte und Netzwerkgebühren; Roundtrip = Kauf + Verkauf zu jeweils 1.000 € Volumen. Quelle: Preis-Leistungs-Verzeichnisse der Anbieter, Roundtrip-Studie Frankfurt School Blockchain Center / Intas.tech (März 2026, 432 Roundtrips über 9 MiCAR-Anbieter), eigene Recherche.
Die Zahlen ordnen den Wechsel realistisch ein: Wer von Relai zu Bitvavo wechselt, spart pro 1.000-€-Roundtrip rund 15 €. Bei einem monatlichen Sparplan über 200 € und reinem Halten sind es über ein Jahr rund 18 € gegenüber 4,80 € – spürbar, aber kein Drama. Der Wechsel zu eToro dagegen lohnt sich nicht aus Kostengründen, sondern ausschließlich wegen des Produktumfangs. Diese Ehrlichkeit gehört dazu.
Ein Detail, das Relai-Nutzer häufig übersehen: Der erste monatliche Auto-Invest-Auftrag bis 100 € ist bei Relai gebührenfrei. Wer genau in diesem Rahmen spart, zahlt gar nichts – und hat damit den günstigsten Sparplan im gesamten Vergleichsfeld. Erst oberhalb dieser Grenze greift die 1-Prozent-Logik.
So wechselst du von Relai zur Alternative
Ein Wechsel von Relai ist technisch unkomplizierter als von einer verwahrenden Börse – weil die Coins ohnehin bereits in deiner eigenen Wallet liegen. Trotzdem gibt es Reihenfolge-Regeln, die Geld und Nerven sparen:
- Konto bei der Alternative zuerst eröffnen und verifizieren. Erst wenn die neue Plattform vollständig einsatzbereit ist (KYC abgeschlossen, SEPA-Einzahlung getestet), stellst du deinen Relai-Sparplan um. Nichts ist ärgerlicher als eine verpasste Sparrate wegen einer hängenden Verifizierung.
- Transaktionshistorie exportieren – vor allem anderen. Relai stellt deine Kauf- und Verkaufshistorie bereit; exportiere sie als CSV und sichere sie lokal. Das ist keine Fingerübung, sondern deine Steuerdokumentation. Wer über mehrere Plattformen hinweg investiert, verliert ohne saubere Erfassung schnell den Überblick über Anschaffungszeitpunkte und Haltefristen. Ein Tool wie CoinTracking → importiert die Historien beider Plattformen und rechnet Haltefristen und Gewinne automatisch zusammen.
- Bitcoin on-chain übertragen – mit Testtransaktion. Da Relai self-custodial ist, sendest du direkt aus deiner Wallet an die Einzahlungsadresse der neuen Börse. Prüfe das Netzwerk exakt (Bitcoin-Mainnet, nicht BTC auf einer anderen Chain) und schicke bei größeren Beträgen zuerst einen kleinen Testbetrag. On-Chain-Transaktionen sind nicht umkehrbar.
- Die USDT-Falle kennen. Sobald du auf einer Multi-Coin-Börse handelst, betrifft dich die MiCA-Stablecoin-Regel: USDT ist auf EU-lizenzierten Plattformen nicht handelbar, Standard sind USDC und EURC (bei OKX zusätzlich USDG). Wer aus einer Nicht-EU-Quelle USDT mitbringt, muss das vor dem Transfer klären. Für reine Relai-Umsteiger mit BTC ist das kein Thema – wohl aber, sobald das Portfolio breiter wird.
- Steuerlich sauber bleiben. Ein reiner Transfer von der eigenen Relai-Wallet auf ein eigenes Börsenkonto ist kein Verkauf und löst keine Steuer aus. Die Haltefrist läuft weiter. Ein Tausch hingegen – etwa BTC in ETH – ist ein steuerlich relevanter Vorgang. Wer die Einjährigkeit im Blick behalten will, nutzt unseren Krypto-Haltefrist-Rechner; die Grundlagen stehen im Ratgeber Kryptowährungen und Steuern.
- Self-Custody nicht aufgeben, nur weil du die App wechselst. Der größte konzeptionelle Verlust beim Wechsel von Relai zu Bitvavo, eToro oder OKX ist die Eigenverwahrung: Deine Coins liegen dann beim Anbieter. Wer das Sicherheitsniveau halten will, lässt nur den aktiv gehandelten Teil auf der Börse und zieht langfristige Bestände auf eine Hardware-Wallet. Ein Einsteigergerät wie Tangem → funktioniert per NFC-Karte ohne Kabel und Seed-Zettel – unsere Einschätzung dazu steht im Tangem Erfahrungsbericht, ein breiterer Überblick im Hardware-Wallet-Vergleich.
Wann Relai trotzdem die richtige Wahl bleibt
Für eine klar umrissene Gruppe ist Relai auch 2026 schwer zu schlagen – und wir würden diesen Anlegern ausdrücklich nicht zum Wechsel raten:
- Self-Custody ohne Umweg: Coins landen direkt in der eigenen Wallet, nie beim Anbieter – kein Börsen-Insolvenzrisiko
- Erster monatlicher Auto-Invest bis 100 € gebührenfrei
- MiCA-lizenziert (AMF Frankreich, Relai EU SASU) – kein Handlungsdruck zum Stichtag
- Instant SEPA: Bitcoin-Kauf in Sekunden
- Radikal einfach – keine Orderbücher, keine Coin-Auswahl, keine Ablenkung
- Nur Bitcoin – keine Altcoins, keine Aktien, keine ETFs
- 1,0 % je Kauf und Verkauf (0,9 % mit Code) – rund 4x teurer als Bitvavo
- 3,0 % Aufschlag bei Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay
- Kein Trading, kein Hebel, kein Copy-Trading, kein Staking
- Self-Custody bedeutet volle Eigenverantwortung: Seed verloren = Coins verloren
Konkret: Wer überzeugter Bitcoin-Maximalist ist, nichts anderes halten will, Eigenverwahrung als nicht verhandelbar betrachtet und im Rahmen des gebührenfreien 100-€-Auto-Invest spart, hat bei Relai das schlüssigste Produkt am Markt. Kein Wechsel nötig. Erst wenn eines dieser vier Kriterien wegfällt – typischerweise der Wunsch nach mehr als Bitcoin oder höhere Sparraten – lohnt der Blick auf die Alternativen.
Fazit: Welche Alternative zu Relai passt zu dir?
Relai ist kein Anbieter, den man aus Not verlässt. Die Lizenz stimmt, das Produkt ist durchdacht, die Self-Custody-Architektur ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Wer wechselt, tut das, weil er etwas anderes braucht – nicht, weil Relai etwas falsch macht.
Für Einsteiger und Multi-Asset-Anleger: eToro. Wer Bitcoin, Altcoins, Aktien und ETFs in einem Konto bündeln will und dabei Copy- sowie KI-Trading nutzen möchte, findet hier das breiteste Angebot – bei ähnlichen Krypto-Kosten wie bei Relai.
Für langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer: Bitvavo. Dieselbe Buy-and-Hold-Logik wie bei Relai, aber zu maximal 0,25 % statt 1,0 % – plus 400+ Coins und Sparplan ab 10 €. Unsere redaktionelle Empfehlung, ohne Provisions-Interesse.
Für aktive Trader: OKX. Wer vom reinen Ansparen zum Handeln übergeht, bekommt Trading-Bots, regulierte X-Perps bis 10x und Spot-Gebühren ab 0,08 % – alles unter MiCA-Aufsicht der MFSA Malta.
Und wenn dir Eigenverwahrung wichtig ist, du aber trotzdem eine breitere Plattform brauchst: Nimm die Börse für den Handel und eine Hardware-Wallet für den Bestand. Beides zusammen ersetzt das, was Relai in einem Produkt vereint. Einen Überblick über das gesamte geprüfte Feld gibt unser Krypto-Börsen-Vergleich.
Häufige Fragen zu Relai Alternativen
Was ist die beste Alternative zu Relai?
Das hängt vom Anlegertyp ab. Für Einsteiger und Multi-Asset-Depots ist eToro die beste Relai Alternative, für langfristige Sparplan-Anleger Bitvavo (max. 0,25 % statt 1,0 % Gebühren) und für aktive Trader OKX. Wer beim Bitcoin-only-Modell mit Eigenverwahrung bleiben will, findet in 21bitcoin den nächsten Verwandten.
Ist Relai MiCA-reguliert und in Deutschland erlaubt?
Ja. Relai hat am 28. Oktober 2025 über die Relai EU SASU eine MiCA-CASP-Lizenz der französischen Aufsicht AMF erhalten. Per EU-Passporting gilt sie auch in Deutschland. Der Stichtag 1. Juli 2026, an dem die letzte MiCA-Übergangsfrist ausgelaufen ist, hat für Relai-Nutzer keine Folgen.
Welche Relai Alternative hat die niedrigsten Gebühren?
Unter den empfohlenen Anbietern ist Bitvavo mit maximal 0,25 % Taker-Gebühr am günstigsten – ein 1.000-€-Roundtrip kostet dort rund 5 € statt etwa 20 € bei Relai. Noch günstiger ist rechnerisch Finst mit 0,15 % Flat-Fee, allerdings bei kleinerem Coin-Angebot.
Kann ich meine Bitcoin von Relai zu einer anderen Börse übertragen?
Ja, und es ist einfacher als bei verwahrenden Börsen: Da die Coins bereits in deiner eigenen Wallet liegen, sendest du sie direkt on-chain an die Einzahlungsadresse der neuen Plattform. Bei größeren Beträgen empfiehlt sich eine Testtransaktion. Ein reiner Transfer zwischen eigenen Wallets ist steuerlich kein Verkauf – die Haltefrist läuft weiter.
Warum ist USDT bei MiCA-Börsen nicht handelbar?
Tether verfügt nicht über die nach MiCA erforderliche E-Geld-Zulassung für wertreferenzierte Token. EU-lizenzierte Plattformen haben USDT deshalb aus dem Handel genommen; Standard sind stattdessen USDC und EURC, bei OKX zusätzlich USDG. Für reine Relai-Nutzer ist das irrelevant – relevant wird es beim Wechsel auf eine Multi-Coin-Börse.
Lohnt sich ein Wechsel von Relai überhaupt?
Nicht automatisch. Wer im gebührenfreien Auto-Invest bis 100 € monatlich spart, ausschließlich Bitcoin halten will und Eigenverwahrung schätzt, hat bei Relai das passendste Produkt. Ein Wechsel lohnt bei höheren Sparraten (Gebührenersparnis), beim Wunsch nach Altcoins oder Aktien oder beim Übergang zum aktiven Trading.
Zum Überblick: Dieser Wechsel-Guide ist Teil unseres Hubs Krypto-Börsen Alternativen – mit MiCA-Status, Gebühren-Matrix und allen Wechsel-Guides im direkten Vergleich.